Immunologie für Hund & Katze

Wenn das Immunsystem überreagiert: Autoimmunerkrankungen brauchen differenzierte Diagnostik und sorgfältig abgestimmte, individuelle Therapie.

Immunologie als Teilgebiet der Internistik

Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift. Sie sind komplex, oft schwer einzuordnen und verlangen eine differenzierte Diagnostik ebenso wie eine sorgfältige, individuell abgestimmte Therapie über lange Zeiträume.

Häufige immunvermittelte Krankheitsbilder

  • Immunvermittelte hämolytische Anämie (IMHA)
  • Immunvermittelte Thrombozytopenie (ITP)
  • Immunvermittelte Polyarthritis
  • Lupus erythematodes und systemische Autoimmunerkrankungen
  • Pemphigus-Komplex – autoimmunbedingte Hauterkrankungen
  • Immunvermittelte glomeruläre Erkrankungen
  • Sekundäre Immunschwäche (z. B. bei FIV)

Unsere immunologische Diagnostik

Wir kombinieren Blutbild, Differenzialblutbild und Retikulozyten mit dem Coombs-Test, ANA-Titer und Spezialantikörpern. Urinanalyse und UPC dienen der Beurteilung renaler Beteiligung. Bei Polyarthritis-Verdacht erfolgt eine Gelenkpunktion mit Zytologie, bei Pemphigus-Verdacht eine Hautbiopsie mit pathologischer Auswertung. Bildgebung (Ultraschall, Röntgen) komplettiert die Diagnostik und dient zur Verlaufskontrolle.

Therapie und Langzeitbetreuung

Immunsuppressive Therapieprotokolle sind das Rückgrat der Autoimmunbehandlung – mit Glukokortikoiden allein oder in Kombination mit Ciclosporin, Azathioprin, Mycophenolat oder Leflunomid. Die Auswahl richtet sich nach Erkrankung, Schwere und Verträglichkeit. Engmaschige Verlaufskontrollen sind essenziell, um Therapieantwort und Nebenwirkungen zu steuern.

Verwandte Themen

IMHA und ITP werden auch in der Hämatologie behandelt; für autoimmune Hauterkrankungen verweisen wir zusätzlich auf die Dermatologie. Eine Übersicht aller internistischen Schwerpunkte finden Sie auf der Innere-Medizin-Hauptseite.