Neurochirurgie

Wenn Nervenstrukturen betroffen sind, zählt höchste Präzision – wir operieren mit Erfahrung, moderner Bildgebung und einem klaren Ziel: Lebensqualität erhalten.

Neurologische Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, Rückenmarkskompressionen oder Wirbelsäuleninstabilitäten erfordern präzise Diagnostik und erfahrene Chirurgenhände. Im Tierärztezentrum Neuland decken wir beides unter einem Dach ab – von der MRT-Bildgebung bis zum neurochirurgischen Eingriff. Lange Transportwege in eine Spezialklinik bleiben unseren Patienten damit erspart.

Diagnostik und Behandlungsplanung

Bevor ein Eingriff geplant werden kann, steht eine umfassende Diagnostik am Anfang: neurologische Untersuchung, Laborwerte und vor allem präzise Schnittbildgebung. Als Goldstandard für Wirbelsäule und Gehirn ist die Magnetresonanztomographie (MRT) das Verfahren der Wahl – und bei uns direkt im Haus verfügbar.

Mit dem Esaote Vet-MR Grande, einem Veterinär-MRT mit offener Bauweise, können wir Nervenkompressionen, Diskusextrusionen und Rückenmarkveränderungen exakt lokalisieren – befundet von einem Diplomate of the European College of Veterinary Diagnostic Imaging (DipECVDI). Ergänzend setzen wir Computertomographie (CT) ein, wo eine schnelle Knochenbeurteilung im Vordergrund steht.

Auf Grundlage dieser Befunde werden Prognose, Operabilität und die geeignete Methode gemeinsam mit den Besitzern besprochen. So lässt sich für jedes Tier die richtige Entscheidung treffen.

Häufige neurochirurgische Erkrankungen

Der Bandscheibenvorfall ist die häufigste neurochirurgische Erkrankung beim Hund – und eine, bei der schnelles Handeln den Unterschied zwischen vollständiger Erholung und dauerhafter Lähmung ausmachen kann. Daneben behandeln wir regelmäßig:

  • Cauda-equina-Kompressionssyndrom – Einengung im Bereich Lenden-/Kreuzbein mit Schmerzen, Lahmheit und Blasenstörungen
  • Atlanto-axiale Instabilität – vor allem bei kleinen Rassen (Yorkshire Terrier, Chihuahua, Toy-Spitz)
  • Spinale Tumore – intramedulläre und extramedulläre Rückenmarkstumoren
  • Wirbelfrakturen und -luxationen nach Trauma (Autounfall, Sturz)
  • Zervikale Spondylomyelopathie (Wobbler-Syndrom) bei großen Rassen

Bandscheibenvorfall beim Hund – erklärt von unserem TZN-Team

Operative Möglichkeiten in unserer Praxis

Neurochirurgische Eingriffe erfordern neben Erfahrung auch die richtige Infrastruktur. Bei uns werden alle Operationen unter Vollnarkose mit kontinuierlichem Monitoring durchgeführt – von unseren Anästhesiologen betreut, von unseren Chirurgen präzise ausgeführt. Dank der hausinternen MRT- und CT-Diagnostik können Befund, Operationsplanung und Eingriff nahtlos aufeinander folgen. Unser Operationsspektrum umfasst:

  • Chirurgische Versorgung von Bandscheibenvorfällen: je nach Lokalisation und Befund
  • Ventral Slot (HWS): Dekompression im Bereich der Halswirbelsäule
  • Hemilaminektomie / Mini-Hemilaminektomie: meist Übergang Brust–Lendenwirbelsäule bzw. LWS
  • Laminektomie: v. a. kaudale Lendenwirbelsäule/Kreuzbein, z. B. beim Cauda-equina-Kompressionssyndrom
  • Stabilisierung bei atlanto-axialer Instabilität
  • Versorgung spinaler Frakturen

Nachsorge und Zusammenarbeit

Nach der Operation erhalten alle Tierbesitzer einen individuellen Nachsorgeplan mit konkreten Maßnahmen: Schmerztherapie, Physiotherapie und gezielter Medikation. Gerade in der Neurochirurgie ist die Nachsorge ebenso entscheidend wie der Eingriff selbst – Nervenfasern brauchen Zeit zur Regeneration, und der Genesungsweg kann Wochen bis Monate umfassen.

Wir begleiten Tier und Besitzer durch die gesamte Genesungsphase, beantworten Fragen und passen den Plan bei Bedarf an. Bei komplexen Verläufen arbeiten wir eng mit Physiotherapeuten und Haustierärzten zusammen.