HNO Chirurgie Hund & Katze – BOAS und Otitis-Chirurgie im TZN Bergheim

HNO Chirurgie für Hund und Katze auf Klinik-Niveau: Hochspezialisierte Operationen der Atemwege, des Mittelohres und der oberen Schluckwege – mit modernster Karl-Storz-Endoskopie, fachärztlicher chirurgischer Expertise und klarem Schwerpunkt auf brachyzephalen Hunderassen wie Mops, Französischer und Englischer Bulldogge.

Die HNO-Chirurgie zählt zu den anspruchsvollsten Bereichen der Kleintierchirurgie: enge anatomische Verhältnisse, vulnerable Strukturen und eine Patientengruppe, die häufig perioperativ Atemwegs-Komplikationen entwickelt. Im Tierärztezentrum Neuland Bergheim verbinden wir spezialisierte chirurgische Expertise mit dem dafür notwendigen Equipment und einer Intensivmedizin auf Klinik-Niveau – ein Gesamtkonzept, das in der Kleintiermedizin nur an wenigen Standorten in dieser Form verfügbar ist.

Wer operiert Ihr Tier?

Die HNO-chirurgischen Eingriffe im TZN führt unser chirurgisches Team in enger Abstimmung untereinander durch – je nach Indikation, Komplexität und Schwerpunkt der jeweiligen Patientin oder des jeweiligen Patienten:

  • Dr. Peter Engelhardt – Fachtierarzt für Kleintiere mit Schwerpunkt Onko- und Weichteilchirurgie sowie HNO-Chirurgie. Über zwei Jahrzehnte klinische Erfahrung an der Tierklinik Hofheim und der AniCura Tierklinik Neandertal, davon mehrere Jahre als Mitinhaber und Geschäftsführer einer Überweisungsklinik. Schwerpunkte u. a.: BOAS-Korrektur, TECA-LBO, Tumorchirurgie.
  • Angela Stopar – Zusatzbezeichnung HNO für Kleintiere und GPCert Notfall- und Intensivmedizin, mehrjährige Vorerfahrung an der Kleintierklinik Ettlingen. Sie führt sowohl die HNO-Sprechstunde als auch zahlreiche HNO-chirurgische Eingriffe selbst durch und plant das individuelle Konzept jedes Falls.
  • Dr. Esther Lautscham – Fachtierärztin für Chirurgie mit Schwerpunkt onkologische Chirurgie. Sie unterstützt insbesondere bei tumorchirurgischen Eingriffen im HNO-Bereich und bringt zusätzliche chirurgische Expertise in komplexe Fälle ein.
  • Weitere Kolleginnen und Kollegen aus dem Chirurgie-Team stehen je nach Eingriff und Patientensituation zur Verfügung.

Bei endoskopischen Spezialverfahren und insbesondere bei mykotischen Nasenerkrankungen (sinonasale Aspergillose) ergänzt Dr. Christiane Stengel (Diplomate ECVIM) – eine der führenden Endoskopistinnen im deutschsprachigen Raum – das HNO-Team.

Die HNO-Chirurgie ist eng eingebettet in das große Team aus Anästhesie und Schmerztherapie, Innerer Medizin und Diagnostik des TZN – eine zwingende Voraussetzung für sichere Eingriffe bei brachyzephalen Patienten mit erhöhtem Narkoserisiko.

Wann ist ein HNO-chirurgischer Eingriff angezeigt?

Typische Indikationen sind:

  • BOAS bei brachyzephalen Rassen – verengte Nasenöffnungen, überlanges Gaumensegel, evertierte Sacculi
  • End-Stage-Otitis – irreversibel veränderter Gehörgang, chronische Otitis externa und media
  • Otitis media mit konservativ nicht beherrschbarem Infektionsgeschehen
  • Nasen- und Nasopharynx-Polypen, Mittelohrpolypen (häufig bei Katzen)
  • Tumore im HNO-Bereich – Nasenhöhle, Larynx, Trachea, Mittelohr
  • Larynxparalyse – mit Indikation für eine laryngeale Lateralisation („Tie-back“)
  • Fremdkörper in Nase, Mittelohr oder Trachea, die endoskopisch nicht entfernt werden können

Alle Eingriffe werden in der Regel mit der vorausgehenden CT-Diagnostik und/oder Endoskopie kombiniert, um wiederholte Sedationen zu vermeiden. So entsteht ein klar getakteter Behandlungsablauf von der Diagnose bis zum Eingriff – häufig in einer einzigen Narkose.

Schwerpunkt BOAS – Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome

Mops, Französische und Englische Bulldogge, Boston Terrier, Pekinese, Boxer, Cavalier King Charles Spaniel und andere brachyzephale Rassen leiden häufig unter dem brachyzephalen obstruktiven Atemwegssyndrom – einer angeborenen Kombination aus mehreren anatomischen Engstellen, die das Atmen erschwert und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich wird.

Die chirurgische Korrektur ist bei klarer Indikation die wirksamste Therapie – mit deutlicher Verbesserung der Lebensqualität. Unser BOAS-Operationsprogramm ist als individualisiertes Multi-Level-Konzept angelegt: Je nach klinischem Bild, CT- und endoskopischem Befund werden die relevanten anatomischen Ebenen in einer Sitzung adressiert.

  • Korrektur stenotischer Nares – operative Erweiterung der verengten Nasenöffnungen (Alaplastik)
  • Staphylektomie – Anpassung des verlängerten weichen Gaumens (überlanges Velum)
  • Sakkulektomie – Entfernung der nach innen umgeschlagenen laryngealen Sacculi, die den Larynx verengen
  • Tonsillenresektion bei chronisch hyperplastischen oder evertierten Tonsillen
  • Beurteilung des Trachealstatus mit individueller Therapieplanung

Die genaue Auswahl, Reihenfolge und Kombination der Eingriffe wird individuell nach Anatomie, Befund und klinischem Bild des Patienten festgelegt. Das Ergebnis: in vielen Fällen verschwindet das Schnarchen, die Belastbarkeit verbessert sich deutlich, Hitzeintoleranz und Schluckstörungen werden geringer.

Schwerpunkt Otitis-Chirurgie: TECA-LBO und Bulla-Osteotomie

Bei chronischen Mittel- und Außenohrentzündungen verfolgen wir einen strukturierten, gestuften Therapieansatz. In der ersten Linie kommen minimalinvasive Verfahren zum Einsatz – Video-Otoskopie, gezielte Spülung, Probenentnahme und an die Bakteriologie angepasste lokale und systemische Therapie. Erst wenn diese konservativen und minimalinvasiven Optionen ausgeschöpft sind und sich strukturelle, irreversible Veränderungen des Gehörgangs zeigen oder eine HNO-Neoplasie vorliegt, wird ein chirurgisches Vorgehen erwogen.

Die TECA-LBO (Total Ear Canal Ablation mit lateraler Bulla-Osteotomie) ist eine End-Stage-Option bei irreversibel veränderten Gehörgängen oder bei HNO-Neoplasien. Der gesamte erkrankte Gehörgang wird entfernt, die Bulla osteotomiert und gespült, das Mittelohr saniert. Bei chronischer Otitis media kommt zudem die Bulla-Osteotomie als End-Stage-Option in Frage – nach Ausschöpfung der minimalinvasiven Verfahren.

Beide Eingriffe sind anspruchsvoll – mit Risiken für Gesichtsnerv, vestibuläres System und das Hörvermögen. Eine sorgfältige präoperative CT-Planung ist daher Standard. Patienten gewinnen nach erfolgreichem Eingriff oft eine deutlich verbesserte Lebensqualität: keine Schmerzen mehr, keine wiederkehrenden Infektionen, normales Verhalten.

Schwerpunkt Larynx

Die laryngeale Lateralisation („Tie-back“) bei Larynxparalyse gehört zu den anspruchsvollen Eingriffen, die wir am TZN durchführen. Die Vorabklärung mit Endoskopie und CT ist zentral – ebenso die präzise Indikationsstellung, da der Eingriff nicht „rückgängig“ zu machen ist.

Schwerpunkt Tumor- und Polypen-Chirurgie im HNO-Bereich

HNO-Raumforderungen – Nasentumore, Polypen im Nasopharynx oder Mittelohr, Larynx- oder Trachea-Neoplasien – erfordern oft eine kombinierte chirurgisch-onkologische Strategie. In enger Abstimmung mit unserer Onkologie planen wir den Eingriff, die histologische Aufarbeitung und – falls erforderlich – die adjuvante Therapie. Dr. Peter Engelhardt verfügt hier über besondere onkochirurgische Expertise.

Anästhesie und Intensivmedizin – die unsichtbare Hälfte der HNO-Chirurgie

Bei HNO-Eingriffen, gerade bei brachyzephalen Rassen, ist die Anästhesie kein Anhängsel – sie ist die Hälfte des Erfolgs. Die häufigste schwere Komplikation ist eine postoperative Atemwegsobstruktion durch Schleimhaut-Ödem. Bei uns wird dem mit mehreren Bausteinen begegnet:

  • Individuelles Narkose-Protokoll mit Risikostratifizierung – verantwortet durch unser Anästhesie-Team
  • Lückenloses Monitoring im OP: Pulsoxymetrie, Kapnographie, Blutdruck, EKG, Temperatur
  • Sicheres Atemwegsmanagement: präoperative Sauerstoffierung, atraumatische Intubation, präzises Extubations-Timing
  • Postoperative Überwachung in unserer Intensivstation – nicht in der Boxenflucht
  • Sauerstoffbox von Intensovet – die aktuell beste am Markt verfügbare tiermedizinische Sauerstoffbox für die postoperative Versorgung: geregelte Sauerstoff-Konzentration, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssteuerung, stress-arme Beobachtung. Gerade bei brachyzephalen Patienten in der Aufwachphase ein entscheidender Sicherheitsfaktor

So läuft ein HNO-chirurgischer Eingriff bei uns ab

  1. Überweisung oder Direktvorstellung – mit Vorbefunden Ihres Haustierarztes, falls vorhanden
  2. HNO-Sprechstunde: klinische Untersuchung, Evaluierung der oberen Atemwege, ausführliches Gespräch, Risikoeinschätzung
  3. Befundbesprechung und Planung: Behandlungsoptionen, Risiken, Kostenvoranschlag
  4. Eingriff – in der Regel zusammen mit Endoskopie und/oder CT in derselben Narkose, um doppelte Sedationen zu vermeiden
  5. Postoperative Intensivüberwachung in unserer ICU – inklusive Intensovet-Sauerstoffbox bei brachyzephalen Patienten
  6. Nachbetreuung in enger Abstimmung mit Ihrem überweisenden Tierarzt

Häufige Fragen zur HNO-Chirurgie

Ab wann sollte mein brachyzephaler Hund operiert werden?

Wir führen ein strukturiertes Grading durch. In der HNO-Sprechstunde erfolgt die ausführliche Evaluierung der oberen Atemwege mit klinischer Untersuchung und Endoskopie. Auf Basis des Befundes erhalten Sie eine individuelle Beratung mit Therapieoptionen und – falls eine Operation indiziert ist – einer auf Ihren Hund abgestimmten OP-Planung.

Ist eine BOAS-OP beim Mops oder bei der Bulldogge sicher?

Mit dem richtigen Narkose-Protokoll, lückenlosem Monitoring und postoperativer Intensivüberwachung: ja. Wir operieren brachyzephale Patienten regelmäßig – mit einem auf diese Risikogruppe abgestimmten Konzept. Die häufigste Komplikation (postoperatives Ödem) wird durch Sauerstoffbox und engmaschige Überwachung beherrschbar.

Wie viele BOAS-Komponenten werden auf einmal korrigiert?

In der Regel alle relevanten anatomischen Engstellen in einer Sitzung: stenotische Nares, überlanges Gaumensegel, evertierte Sacculi und ggf. Tonsillen. Das spart Ihrem Tier eine zweite Narkose und ist auch chirurgisch sinnvoll, weil die Komponenten zusammen das BOAS bilden.

Mein Hund hat seit Jahren chronische Ohrentzündungen – ist eine TECA-LBO immer nötig?

Nein. Eine TECA-LBO ist erst dann indiziert, wenn der Gehörgang irreversibel verändert ist oder eine HNO-Neoplasie vorliegt. Vor einem solchen Eingriff steht immer eine sorgfältige Diagnostik mit Video-Otoskopie, CT und Probenentnahme. In der ersten Linie kommen minimalinvasive und konservative Therapien zum Einsatz – häufig kann eine strukturierte Therapie aus der HNO-Sprechstunde einen chirurgischen Eingriff verzögern oder verhindern.

Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt nach einer HNO-OP?

Das hängt vom Patienten und vom Eingriff ab und wird individuell entschieden. Eine unkomplizierte BOAS-Korrektur kann häufig am selben Tag nach Hause gehen, andere Eingriffe erfordern eine stationäre Überwachung. Sie werden vor dem Eingriff genau über den erwartbaren Verlauf informiert.

Übernimmt die Tierkrankenversicherung HNO-Chirurgie?

Die meisten OP- und Vollversicherungen übernehmen sowohl die diagnostischen Verfahren (Endoskopie, CT) als auch operative Maßnahmen wie BOAS-OP oder TECA-LBO – sofern medizinisch indiziert. Einen schriftlichen Kostenvoranschlag erhalten Sie von uns gerne im Anschluss an die Erstuntersuchung.

Brauche ich eine Überweisung von meinem Tierarzt?

Sie können sich auch direkt bei uns vorstellen. Eine Überweisung Ihres Haustierarztes ist aber sehr hilfreich – sie spart Zeit, vermeidet doppelte Diagnostik und stellt eine reibungslose Nachbetreuung am Heimatort sicher.

Tierhalter aus Köln, dem Rhein-Erft-Kreis und ganz NRW

Hundehalterinnen und -halter mit brachyzephalen Rassen sowie Patientinnen und Patienten mit chronischer Otitis aus Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf, Mönchengladbach, dem Rhein-Erft- und Rhein-Sieg-Kreis nehmen für eine spezialisierte HNO-Chirurgie gerne den Weg nach Bergheim auf sich. Auch überweisende Tierärztinnen und Tierärzte aus der Region schätzen, dass Diagnostik, Chirurgie, Anästhesie und Intensivüberwachung bei uns in einer Hand liegen – mit kurzen Wegen, klarer Kommunikation und einer engmaschigen perioperativen Versorgung.

Leistungsübersicht HNO-Chirurgie: