BOAS – das brachycephale obstruktive Atemwegssyndrom – betrifft Mops, Französische und Englische Bulldogge, Boston Terrier, Pekinese, Boxer und andere kurzköpfige Rassen. Im TZN Bergheim bieten wir ein strukturiertes, individualisiertes Diagnose- und OP-Programm: Karl-Storz-Endoskopie, KI-gestützte CT, Multi-Level-Korrektur der relevanten anatomischen Ebenen und postoperative Intensivüberwachung in einer Sauerstoffbox von Intensovet.
Das Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome (BOAS) ist eine angeborene, anatomisch bedingte Erkrankung der oberen Atemwege bei kurzköpfigen („brachyzephalen“) Hunde- und Katzenrassen. Mehrere anatomische Engstellen kombinieren sich zu einer dauerhaften Behinderung des Luftstroms – mit Folgen, die von chronischem Schnarchen über Belastungs- und Hitzeintoleranz bis hin zu lebensbedrohlicher Atemnot reichen.
BOAS ist keine „Charaktereigenschaft“ einer Rasse, sondern eine medizinisch behandlungsbedürftige Erkrankung. Je früher sie erkannt und korrigiert wird, desto besser die Prognose – und desto seltener entstehen irreversible Folgeschäden an Larynx und Trachea.
Typischerweise sehen wir BOAS bei:
Nicht jeder Hund einer dieser Rassen entwickelt BOAS in gleicher Schwere. Auch innerhalb einer Rasse gibt es deutliche Unterschiede – abhängig von Zuchtlinie, Körperbau und individuellen anatomischen Verhältnissen.
BOAS ist ein Syndrom – also eine Kombination mehrerer anatomischer Engstellen, die typischerweise zusammen auftreten:
Die Folgen reichen von dauerhaft erschwerter Atmung über Belastungs- und Hitzeintoleranz, Schluckstörungen und Schlafapnoe bis hin zu akuter Atemnot mit Notfall-Charakter. Insbesondere im Sommer und unter Stress kann das lebensgefährlich werden.
Frühe und späte Warnzeichen, bei denen eine Vorstellung in unserer HNO-Sprechstunde sinnvoll ist:
Die Verfügbarkeit aller diagnostischen Modalitäten an einem Standort erlaubt uns eine zügige, präzise BOAS-Abklärung – in vielen Fällen in einer einzigen Sitzung. Die anschließende OP wird im engen Schulterschluss mit unserem Chirurgie-Team und der Anästhesie und Schmerztherapie geplant.
Bei sehr leichten BOAS-Verläufen ist konservatives Management (Gewichtsreduktion, Halsband-Verzicht, Vermeidung von Hitze und Belastung) ein wichtiger Baustein. In der Mehrzahl der Fälle ist es aber kein Ersatz für die chirurgische Korrektur – BOAS ist eine anatomische Erkrankung, und Anatomie verändert sich nicht durch Diät.
Die chirurgische Korrektur ist bei klarer Indikation die wirksamste Therapie – mit oft dramatischer Verbesserung der Lebensqualität. Sie sollte möglichst früh stattfinden, bevor sekundäre Folgeschäden (Larynxkollaps, Trachealkollaps) irreversibel werden.
Unser BOAS-Operationsprogramm ist als individualisiertes Multi-Level-Konzept angelegt: Je nach klinischem Bild, CT- und endoskopischem Befund werden die relevanten anatomischen Ebenen in einer Sitzung adressiert. Die genaue Auswahl, Reihenfolge und Kombination der Eingriffe wird individuell nach Anatomie, Befund und klinischem Bild des Patienten festgelegt:
Das Ergebnis: in vielen Fällen verschwindet das Schnarchen, die Belastbarkeit verbessert sich deutlich, Hitzeintoleranz und Schluckstörungen werden geringer. Mehr zu den chirurgischen Verfahren auf unserer HNO-Chirurgie-Seite.
BOAS-Patienten haben ein erhöhtes Anästhesie- und perioperatives Risiko. Die häufigste schwere Komplikation ist eine postoperative Atemwegsobstruktion durch Schleimhaut-Ödem in der Aufwachphase. Bei uns wird dem mit mehreren Bausteinen begegnet:
Bei frühzeitiger und vollständiger chirurgischer Korrektur ist die Prognose sehr gut: in vielen Fällen verschwindet das Schnarchen, die Belastbarkeit verbessert sich deutlich, Hitzeintoleranz und Schluckstörungen werden geringer. Hunde, die vorher kaum 200 m am Stück laufen konnten, machen wieder normale Spaziergänge.
Wird die OP zu spät durchgeführt – wenn bereits ein fortgeschrittener Larynx- oder Trachealkollaps vorliegt – ist die Verbesserung geringer und die Lebenserwartung mitunter eingeschränkt. Deshalb gilt: bei klaren BOAS-Symptomen nicht abwarten.
Im Idealfall im ersten Lebensjahr, sobald sich erste Symptome zeigen (Schnarchen, schnelles Hecheln, Belastungsintoleranz). Eine frühe Korrektur verhindert Folgeschäden an Larynx und Trachea und ist chirurgisch oft einfacher und erfolgreicher.
Schnarchen ist nie banal. Es zeigt an, dass die oberen Atemwege engstellig sind. Auch ein „leichtes“ BOAS kann unter Hitze, Stress oder bei zusätzlicher Erkrankung in eine akute Atemnot eskalieren. Wir empfehlen mindestens eine BOAS-Abklärung mit Schweregrad-Einstufung – die Entscheidung für oder gegen eine OP trifft man dann fundiert.
Mit dem richtigen Narkose-Protokoll, lückenlosem Monitoring und postoperativer Intensivüberwachung: ja. Wir operieren BOAS-Patienten regelmäßig – mit einem auf diese Risikogruppe abgestimmten Konzept. Die häufigste Komplikation (postoperatives Ödem) wird durch unsere Intensovet-Sauerstoffbox und engmaschige Überwachung beherrschbar.
In der Regel alle relevanten anatomischen Engstellen in einer Sitzung: stenotische Nares, überlanges Gaumensegel, evertierte Sacculi und ggf. Tonsillen. Das spart Ihrem Tier eine zweite Narkose und ist auch chirurgisch sinnvoll, weil die Komponenten zusammen das Syndrom bilden.
Eine reine BOAS-Korrektur erfordert in der Regel einen Übernachtungs-Aufenthalt in unserer Intensivüberwachung mit Sauerstoffbox. Bei zusätzlichem Tracheal-Stent oder Komplikationen kann der Aufenthalt länger sein. Sie werden vor dem Eingriff genau über den erwartbaren Verlauf informiert.
Die meisten OP- und Vollversicherungen übernehmen sowohl die diagnostischen Verfahren (Endoskopie, CT) als auch die operative Korrektur – sofern medizinisch indiziert. Einen schriftlichen Kostenvoranschlag erhalten Sie von uns gerne im Anschluss an die Erstuntersuchung. Manche Versicherungen schließen brachyzephale Rassen oder rassetypische Erkrankungen aus – das sollten Sie idealerweise vor dem Welpenkauf prüfen.
Sie können sich auch direkt bei uns vorstellen. Eine Überweisung Ihres Haustierarztes mit Vorbefunden ist aber sehr hilfreich – sie spart Zeit, vermeidet doppelte Diagnostik und stellt eine reibungslose Nachbetreuung am Heimatort sicher.
Hundehalterinnen und -halter mit Mops, Französischer und Englischer Bulldogge, Boston Terrier, Pekinese oder anderen brachyzephalen Rassen aus Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf, Mönchengladbach, dem Rhein-Erft- und Rhein-Sieg-Kreis nehmen für eine spezialisierte BOAS-Abklärung gerne den Weg nach Bergheim auf sich. Auch überweisende Tierärztinnen und Tierärzte aus der Region schätzen, dass Diagnostik, Chirurgie, Anästhesie und Intensivüberwachung bei uns in einer Hand liegen.
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